"Gerade bei Nischeninteressen wird sichtbar: Wer der Community zuhört, bekommt guten Input für Content!"

Im Gespräch mit der Letter-Redaktion stellt die Vorsitzende der AG Social Media, Theresa Paape (dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag), vor, welche Themen die AG-Mitglieder im Moment beschäftigen, welche Trends sie für 2025 sehen und wie KI die Arbeit von Fachmedienunternehmen auf den Plattformen beeinflusst.


Welche Themen beschäftigen die AG Social Media im Moment besonders? 

In der AG Social Media beschäftigen wir uns – allgemein – mit der rasanten Entwicklung der sozialen Netzwerke. Wer auf Social Media unterwegs ist – egal ob privat oder beruflich – weiß: Social Media schläft nicht; immerzu tauchen neue Trends auf und die Plattformen passen ihre Algorithmen an die sich kontinuierlich ändernden Bedürfnisse und Nutzung der User an. Die Arbeit von Social Media Managern in Fachverlagen ist es daher, diese Trends aus Perspektive unserer Marken zu prüfen und zu adaptieren. Unsere Herausforderung besteht darin, auf jeder Plattform den Content so aufzubereiten, dass die richtige Zielgruppe und Tonalität der Plattform im Einklang mit der strategischen Ausrichtung der Marke und den Geschäftszielen des Unternehmens getroffen wird. Bereits seit Jahren werden die Arbeit der Teilnehmer und der Diskurs in der AG von der “TikTokisierung”, also der Konzentration der sozialen Plattformen auf Kurzvideo-Formate, und auch dem Umgang mit TikTok geprägt. In unseren letzten Runden ging es bereits darum: Wie sieht die strategische Ausrichtung der einzelnen Fachmedienunternehmen aus? Welchen Insights, Best Practices oder Herausforderungen begegnen wir in der Praxis? Neben TikTok steht bei den Fachverlagen eine weitere Plattform im Vordergrund: LinkedIn. In diesem Kontext diskutieren wir vor allem: Welche Möglichkeiten bieten zum Beispiel Corporate Influencer, um die Dachmarke als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren?


Welche Trends und Entwicklungen im Social-Media- Bereich zeigen sich für 2025? 

Auch 2025 sehen wir Social-Media- Manager uns weiterhin mit der Aufgabe konfrontiert, um die Aufmerksamkeit der User auf Social Media zu ringen. Daher schauen wir auf mehrere Entwicklungen und Fakto- ren zugleich – ich möchte hier ein paar vorstellen. 2025 steht nicht mehr, wie in den Jahren zuvor, die reine Anzahl an Followern oder Fans im Vordergrund, sondern mehr denn je das Engagement und die Fragen danach, wie User mit dem Content interagieren. Für Publisher ist es wichtig, in Communitybuilding zu investieren, die eigenen Follower zu verstehen und auf sie zu reagieren. Gerade bei Nischeninteressen wird sichtbar: Wer der Community zuhört, bekommt guten Input für Content! Instagram-Chef Adam Mosseri setzt zudem verstärkt auf das Soziale und den Aus- tausch auf seiner Plattform und rät Creatoren dazu, bei den Metriken auf die Send Rate & Saves von Posts zu achten und daraus abzulesen, welche Art von Content häufig geteilt wird und welche Inhalte besonders häufig (für später) abgespeichert werden. Die Herausforderung für Publisher besteht auch dieses Jahr darin, User durch den gesamten Funnel auf Social Media zu führen und anzusprechen. Im besten Fall ist die Marke bereits sichtbar und mit einer Kombination aus organischen und Paid-Maßnahmen werden bessere Outcomes erzielt. Fachmedienunternehmen werden 2025 auf Social Media Erfolg haben, wenn sie in Inhalten denken und aktuelle Plattform-Trends nutzen, sofern diese in Einklang mit der Markenidentität stehen und sie dabei authentisch bleiben.


Wie beeinflusst KI die Arbeit von Fachmedienunternehmen auf den Plattformen? 

KI kann im Bereich Social Media ein hilfreiches Werkzeug sein, sofern die Ergebnisse geprüft und mitunter angepasst werden. Für Recherche, Brain- storming und Contenterstellung gilt: Die Ergebnisse sind oft nur so gut wie die Prompts, die dahinterstehen. Bei der Texterstellung können eigene Prompts förderlich sein, um teils komplexe Fachinformationen effizient in kurze und informationsstarke Texte zu kürzen, die die Tonalität der eigenen Follower und der jeweiligen Plattform treffen und das Interesse auf die eigenen Inhalte wecken. In der Bilderstellung zeigen sich aktuell noch Schwächen bei einzelnen KI-Tools: Insbesondere bei Bildern ist es wichtig, User nicht zu täuschen und keine »falschen« Bilder zu vermitteln – sei es von Menschen, Tieren oder Produkten. Bei unseren Marken vom Deutschen Landwirtschaftsverlag GmbH habe ich gelernt, dass auch vermeintlich kleine Details wie die irrtümliche Darstellung der Landtechnik oder ein verfälscht dargestelltes Tier ausschlaggebend für die Authentizität sein können. Auch auf Social Media gilt: KI muss gekennzeichnet werden; wie genau, überlassen oftmals die Plattformen den Usern.